Ein Gedicht in lockeren Reimen
zum Tode von Thomas Dörflein

Von Rut Maraun

Es war einmal ein Märchen vor gar nicht langer Zeit.

Das war so wunderschön, der ganzen Welt zur Freud'.

Von Fern und Nah' kamen Menschen zum Schau'n,

Warteten geduldig am Gehegezaun.

Sie wussten alle, gleich kommt der Kleine

Und dann kommt noch der Mensch, der eine.

Ein kleines Tier und ein großer Mann

Rührten die Herzen der Schauenden an.

Da sprühte Lebensfreude pur,

Welch ein Geschenk aus der Natur!

Der kleine Eisbär namens KNUT

Mit Thomas Dörflein voller Mut,

Der hat dem kleinen Leben

Pflege und Liebe gegegeben.

Die beiden zu sehen war wunderbar!

So ging es fast ein ganzes Jahr.

Nun wuchs Klein KNUT zum großen Bär.

Kuscheln mit Dörflein ging nicht mehr.

Sie trafen sich mit heit'rem Sinn

Am Zaun. Herr Dörflein warf ihm Futter hin.

Wie glücklich waren beide!

Und, wenn sie nicht - - -

Doch halt! Hier stoppt den Text ganz plötzlich

Das Schicksal: Wie entsetzlich!

Herr Dörflein ist tot.

O, große Not!

Und große Trauer weit und breit,

dass dies geschah zu unserer Zeit.

Wer hätte solches nur gedacht

In Berlin im Jahr 2008?

Wer kann dem Schmerz des Verlustes wehren?

Uns bleibt nur noch, den Toten zu ehren.

Ja, wie sich manches manchmal wendet

Dies ist nun des Märchens Ende-

Es war ein Märchen nicht von dieser Welt.

Wohl dem, der das Geschenk in glücklicher Erinnerung behält.